Ortsverein Rottendorf

Frühlingsreise des SPD-Ortsvereins vom 17. bis 22. Mai 2009

In der Toskana unterwegs – Sonne pur

Eigentlich sollte man im toskanischen Frühling angenehmere Temperaturen antreffen. Aber die Sonne hatte sich mächtig ins Zeug gelegt und uns heiße Tage beschert.

Zunächst besuchten mir das Fuggerstädtchen Sterzing in Südtirol, mit seinen malerischen alten Gassen und der wunderschönen Kirche Maria im Moos.

Im nahegelegenen Ridnauntal legten wir im hervorragenden Hotel Schneeberg Ressort in Ridnaun-Meiers einen One-Night-Stand ein. In bester Erinnerung werden uns die ausgezeichnete Küche und das sehr ansprechende Ambiente bleiben.

Am nächsten Tag fuhren wir in Richtung Pistoia zu unserem Hauptquartier für die nächsten 5 Tage. Pistoia ist eine ruhige toskanische Stadt mit angenehmem Flair. Gleichwohl hat es auch interessante Kunstschätze zu bieten: der Dom San Zeno, das alte Hospital (Ospedale del Ceppo) mit seinem farbigen Terrakottafries und die Kirche Sant‘ Andrea, die als Kleinod eine Pisano-Kanzel birgt.

Am darauffolgenden Tag ging es Richtung Meer. Alle freuten sich auf die dort zu erwartende Abkühlung. Doch zunächst besuchten wir die früheren Stadtstaaten Lucca und Pisa. Lucca beeindruckte mit seiner vollständigen Stadtmauer und seinem geschlossenen Stadtbild. Besonders beeindruckend: die Piazza Napoleone, der Dom San Martino, die Piazza del Mercato, die Kirche San Frediano und der Torre Guinigi, dessen Spitze mit Eichen geziert ist.

Ein größerer Trubel herrschte in Pisa. Ein buntes Völkergemisch drängte sich um den Domplatz und seinem schiefen Turm. Das Innere des hellen Domes Santa Maria bestach durch ausgezeichnete Fresken und Skulpturen. Große Meister wie Pisano, Mocchi, Tacca , und di Simone haben sich in ihnen verewigt. Das Besteigen des Schiefen Turmes blieb uns verwehrt. Durch eine Fehlinformation gingen wir davon aus, dass er geschlossen war. Eine Besteigung wäre auch nur durch vorherige Anmeldung über das Internet möglich gewesen.

Schon durch die Hitze leicht ermüdet brachen wir Richtung Meer nach Viareggio auf und freuten uns auf eine frische Meeresbrise. Am Strand des eleganten Badeortes wurden unsere Erwartungen erfüllt. Am kaum bevölkerten Strand konnte eine abkühlende Pause eingelegt werden. Viele nutzen sie für einen barfüßigen Strandspaziergang. Vier besonders Mutige ließen es sich nicht nehmen und nahmen ein reinigendes Bad bei gefühlten 23 Grad Wassertemperatur.

So erfrischt sahen wir unserem Ausflug mit Stadtführung am nächsten Tag in die toskanische Metropole Florenz entgegen. In der Stadt wimmelte es von Menschen. Überall quäkten die kleinen Lautsprecher der Fremdenführer in allen wichtigen Weltsprachen. Trotzdem erschloss sich uns die Pracht und Schönheit der Stadt. Ausgehend von der PiazzaSanta Croce erkundeten wir die Medicistadt. Über die Piazza Signoria mit ihrem Neptunbrunnen und dem Palazzo Vecchio zogen wir vorbei an Michelangols David und weiteren bestaunenswerten Statuen, Brücken und Gebäuden. Schluss- und Höhepunkt der Führung war der Dom Santa Maria del Fiore mit seiner mächtigen Kuppel. Am späteren Nachmittag statteten wir noch dem nahe auf einem Hügel gelegenen Städtchen Fiesole einen Besuch ab. Von dort oben aus genossen wir einen herrlichen Panoramablick auf Florenz und die toskanische Hügellandschaft.

Unser Reiseprogramm war noch nicht erfüllt. Uns erwartete noch Siena, San Gimignano und Volterra.

Gelegen auf drei Hügeln präsentiert sich das faszinierende Siena seinem Betrachter. Schon von weitem grüßen der Torre Mangia, die Kirche San Domenico und der marmorverkleidete Dom Santa Maria Asunta.

„Zauberhaft, malerisch, einzigartig" waren unsere Kommentare. Dies lag auch an unseren zwei ausgezeichneten Führern, die uns die Stadtgeschichte und die großartigen Kunstwerke, auf einer erfrischenden und unterhaltsamen Art erklärten. Für uns war dies der Höhepunkt der Reise. Im Dom, einer der schönsten Kirchen Italiens, gab es u. a. Meisterwerke von Michelangelo, Pisano, da Verona, Peruzzi zu bestaunen.

Weiter unten in der Stadt breitet sich die einzigartige Anlage der Piazza del Campo aus. Dieser Platz verdient es tatsächlich, zu den schönsten der Welt gezählt zu werden. Auf ihm findet zweimal jährlich der berühmt-berüchtigte Palio, ein Pferderennen, statt. Bei ihm wetteifern Reiter verschiedener Contraden (Pfarrbezirke) um den Sieg. Er bedeutet die höchste Ehre, die einem Sieneser im Leben zu teil werden kann.

Weiter ging es zu einer weiteren pittoresken Hügelstadt, nämlich nach San Gimignano. Die berühmten Geschlechtertürme sind schon von weitem zu sehen. Die mittelalterliche Stadtanlage wurde bewahrt. Der Palazzo del Popolo, der an der Südseite des Domplatzes steht, wird überragt von der 54 m hohen Torre Grossa.

Hoch auf einem 555m hohen Hügel gelegenen Ebenfalls ein mittelalterliches Stadtbild präsentiert die Alabasterstadt Volterra. Von oben bot sich eine der schönsten Ausblicke auf die toskanische Landschaft. Leider reichte es nur zu einer Stippvisite für diesen Ort, so dass uns die weiteren Vorzüge Volterras verborgen blieben.

Letzter Tag. Heimreise. Sie führte uns über Kloster Neustift bei Brixen, in unser „zauberhaftes mit einem Wasserschloss gekrönten Rottendorf". Der gestellte Antrag auf Aufnahme des Wasserschlosses als „Weltkulturerbe", soll laut Bürgermeister Fuchs gute Aussichten auf Erfolg haben.