Von Verlust und Kunst
SPD Ortsverein verabschiedet langjährige Gemeinderäte
Der SPD-Ortsverein Rottendorf wählte für die feierliche Verabschiedung von drei verdienten Gemeinderäten einen ganz besonderen Rahmen. Ein Ausflug führte den Ortsverein nach Gaubüttelbrunn in den Kaisersteinbruch. Eigentümer Winfried Engert führte persönlich durch den faszinierenden Ort, der seit 1961 weit mehr ist als nur eine Abbaustelle für Muschelkalk direkt an der Erdoberfläche - seit 2001 gar ein geschütztes Denkmal. Auf der riesigen Steinplatte ist heute kein schweres Gerät mehr im Einsatz. Die letzten die hier hart gearbeitet haben, waren einige junge Künstler, die im Sommer des Mauerbaus hier ein „Symposium Europäischer Bildhauer“ abhielten. Es entstanden übermannshohe Skulpturen, die auch die turbulenten politischen Ereignisse in Berlin modern und meist sehr abstrakt mit Meißelschlägen einfingen.

Engert gibt viele der spannenden Geschichten und Gerüchte wieder, die noch heute um den Steinbruch kreisen. Natürlich wurde das wilde Treiben der Künstler und ihrer „Groupies in sehr kurzen Mini-Röcken“ von der Gaubüttelbrunner Bevölkerung damals genauestens verfolgt. Der plötzliche Tod des Künstlers Jakob Savinšek überschattete schließlich den fröhlichen Workshop und Austausch der exotischen Muschelkalk-Verarbeiter. Neben dem unvollendeten Stein Savinšeks steht heute eine schlichte Gedenktafel mit dem Todesdatum. Die Geliebte des Verstorbenen fertigte später ebenfalls einen kunstvollen Stein, der am Eingang zum Steinbruch an das tragische Ende der Beziehung - nicht aber ihrer Liebe - gedenkt.
Die rührende Liebesgeschichte relativierte ein wenig einen anderen großen Verlust, dem die Rottendorfer SPD im Anschluss bei einem Grillfest vor Ort gedachte. Die Vorsitzende Doris Wolf, ihre Stellvertreter und der Fraktionsvorsitzende Robert Hesselbach bedankten sich bei Antje Fehn, Prof. Dr. Georg Reents und Erhard Gold für ihren langjährigen Einsatz im Rottendorfer Gemeinderat. Als bleibende Erinnerung an ihr Wirken gab es jeweils eine besondere Zeichnung. Von Renate Ebert stammen die drei Aquarelle mit Rottendorfer Motiven, die jeweils auf besondere „Steckenpferde“ der Kommunalpolitiker aufmerksam machen. Antje Fehn bekam eine Ansicht des Wasserschlosses überreicht, Georg Reents ein Bild der alten Brücke über die Landleite und Erhard Gold, der seit 1978 mit insgesamt drei Amtszeiten am längstem dem Gemeinderat angehörte, ein Aquarell der St.-Vitus-Kirche samt neuem Vorplatz und Pfarramt.
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