Vertreter der Vereine informierten sich
| Die Risiken, die ein Ehrenamt mit sich bringt, standen im Mittelpunkt eines Informationsabends der örtlichen SPD am 28.11.2007. Darüber hinaus wurden die wichtigsten neuesten Änderungen des Steuerrechts für Vereine vorgestellt. Zur Freude der Veranstalter stieß der Info-Abend im Raum 1 der Erasmus-Neustetter-Halle auf reges Interesse. Es waren 40 Vereinsvertreter und interessierte Ehrenamtler erschienen. |
Steuerjurist und Gemeinderat Erhard Gold erläuterte zunächst die neuesten Regelungen im Vereinssteuerrecht. Sie gelten sogar rückwirkend zum 1.1.2007. Die Anhebung der Übungsleiterpauschale von 1.848 auf 2.100 Euro, die Besteuerungsgrenze von 30.678 auf 35.000 Euro und die Einführung eines neuen Freibetrages (500 Euro) für ehrenamtliche Tätigkeit fördere die Arbeit der Vereine und deren Helfer, indem sie für finanzielle Entlastung sorgten.
Anschließend ging Erhard Gold auf die gesetzlichen Grundlagen der Haftung für dieVereine und deren Mitglieder ein. Besonders hob er die unterschiedliche Risiken zwischen einem nicht eingetragenen und einem eingetragenen Verein hervor. Wer für einen nicht eingetragenen Verein handele, laufe Gefahr im Schadensfall mit seinem persönlichen Vermögen einstehen zu müssen. Deshalb so sein Fazit, sei
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Erhard Gold |
die Eintragung eines Vereins in das Vereinsregister die „preiswerteste und beste Versicherung“ die es gäbe. Einmalige Kosten für Notar und Vereinsregister in Höhe von ca. 160€ seien für jeden Verein erschwinglich. Eine noch größere Gefahr im Schadensfalle drohe den überhaupt nicht als Verein organisierten Gruppen (z. B. Stammtische, Komitees, Selbsthilfegruppen). Ihnen stehe nicht einmal der beschränkte Schutz eines nicht eingetragenen Vereins zu. Die seit Jahresbeginn gültige bayerische Ehrenamtsversicherung mindere dieses Risiko nur unwesentlich. Erhard Gold wies auf die Problematik bei Vereinsreisen hin. Wenn ein Verein mehr als zwei Leistungen anb iete, z.B. Fahrt, Essen und Unterkunft, trete er als Reiseveranstalter auf. Dies führe zu verstärkten Haftungsrisiken. Er gab deshalb den Tipp, dass hei Vereinsreisen und –ausflügen der jeweilig Verein immer nur als Vermittler der Reise auftreten sollte. |
Lothar Schlereth |
Den weiteren Teil des Info-Abends bestritt Versicherungskaufmann Lothar Schlereth. Er referierte darüber, welche Risiken versicherbar und versicherungswürdig sind. Vorbildlich versichert seien die Sportvereine, die im Bayerischen Landessportverband (BLSV) organisiert sind. Die für sie gültige „Sportversicherung” decke die Risiken sehr gut ab. Andere als Sportvereine sollten sich bei ihren Fach- und Dachverbänden erkundigen, welche Versicherungsmöglichkeiten es dort gibt. Auf großes Interesse stieß der Versicherungsschutz bei Fahrten – die auch von Eltern getätigt werden – zum Training, Spielen, Wettbewerben und Auftritten. Nur wenige Versicherer, so Lothar Schlereth, böten hier eine preiswerte Lösung an. Die Kosten beim günstigsten Anbieter schlügen hier beim örtlichen Sportverein mit 2.100 Euro und beim Tennisclub |
mit 800 Euro jährlich zu Buche. Bei den anwesenden Vereinsvertretern sorgten diese Zahlen für Ernüchterung, wenngleich die Notwendigkeit einer solchen Versicherung von den meisten anerkannt wurde.
Lothar Schlereth und Erhard Gold unterstrichen, dass sie nur einen Überblick über das komplizierte Geflecht von Haftung, Vereinsversicherung und privater Absicherung geben konnten. Sie boten an, für weitergehende Fragen und Beratung zur Verfügung zu stehen. SPD-Vorsitzende Doris Wolf wies abschließend noch daraufhin, dass der SPD-Programmentwurf zu Kommunalwahl eine Beteiligung der politischen Gemeinde an den Versicherungskosten der Vereine vorsehe. |
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